Aktuelles
Neubau einer Trainingshalle geplant
Markt erhält weitere Sporthalle
Turnverein plant den Bau einer Trainingshalle – Information im Gemeinderat
Große Dinge taten sich in der Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend. Geschlossen und ohne Gegenstimmen stellte sich das Gremium hinter den Turnverein Geisenhausen (TVG). Mit bis zu 800.000 Euro wird die Marktgemeinde den Bau einer weiteren Trainingshalle bezuschussen.
Beifall in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung kommt nur selten vor - so am Dienstagabend von den zahlreichen Zuhörern nach den Beschlüssen zum Neubau der Trainingshalle. Viele von ihnen waren gekommen, um dem Vorsitzenden des TVG, Franz Wolfsecker, in den Verhandlungen mit dem Gemeinderat den Rücken zu stärken. Man konnte sie den entsprechenden T-Shirts zuordnen. Doch wäre diese Verstärkung vermutlich gar nicht notwendig gewesen. Bürgermeister und Gemeinderat unterstützten nämlich das Vorhaben des größten Vereins, eine sogenannte „Kalthalle“ zu errichten.
Doch von vorne: Als Vorsitzender des Turnvereins stellte Franz Wolfsecker die Pläne zum Bau einer weiteren Trainingshalle vor. Er verwies darauf, dass die Belegungszeiten in den beiden Turnhallen seit Jahren nicht mehr ausreichten - ganz besonders in den Wintermonaten. Aus diesem Grunde plane der Sportverein zusammen mit der Marktgemeinde, eine nicht beheizbare Trainingshalle zu errichten. Wolfsecker verglich die Preise für eine normale Doppelturnhalle mit etwa zwölf Millionen Euro und einer Kalthalle mit etwa 1,1 Millionen Euro. Diese enorme Differenz sei der Grund für die Planung dieser Form einer Trainingshalle.
Neue Halle: 50 Meter lang und 25 Meter breit
In den letzten Monaten waren Wolfsecker, sein Vorbereitungsteam und auch die Gemeindeverwaltung keineswegs untätig gewesen und sowohl der Bauausschuss als auch das Landratsamt haben ihr Einverständnis mit dem Neubau signalisiert. Dieser soll auf einem gemeindeeigenen Grundstück von 4.000 Quadratmetern im rechten vorderen Teil der Sportanlage entstehen. Außerdem hat sich im Herbst 2025 eine Delegation des TVG unter Leitung ihres Vorsitzenden zusammen mit den Gemeinderäten Martin Fischer (dem jetzigen Bürgermeister), Andreas Kletzmeier und Georg Sellmeier auf den Weg nach Baden-Württemberg gemacht, um in der Ortschaft Dewangen eine solche Kalthalle zu besichtigen. In seinen Ausführungen erklärte Wolfsecker, nur der Turnverein als Bauherr könne die staatlichen Fördermittel erhalten. Aus diesem Grunde habe sich der TVG vor diesen Karren spannen lassen. In Zusammenarbeit zwischen Marktgemeinde und TVG konnte also an diesem Abend ein gutes Ergebnis für die Jugend Geisenhausens erreicht werden.
Um die Kosten mit rund 1,1 Millionen Euro zu erreichen, so Wolfsecker, sei an eine Holzständerbauweise zu denken. Die Bauausführung mit gelochtem Blech für die Seitenwände (wie in Dewangen) komme aber wegen des Lärmschutz-Gutachtens nicht in Frage, so der TVG-Vorsitzende. Stattdessen wolle man schalldämmende Holzplatten verwenden. Damit seien auch in der Trainingshalle Minusgrade nicht zu erwarten. Dies war besonders Gemeinderat Siegfried Kaschel wichtig, der an die jüngsten Fußballer dachte.
Für den Ballsport steht in der Halle mit 50 Metern Länge und einer Breite von 25 Metern ein Spielfeld zur Verfügung. Außerdem sind eine Tartanbahn und eine Sprunggrube für die Leichtathletik vorgesehen, dazu Umkleidekabinen und Toiletten. Der Untergrund der Halle ist als verdichtete Schotterschicht vorgesehen. Darauf kommt ein isolierender und elastischer Bodenbelag und schließlich eine Art Kunstrasen. Die Finanzierung ist wie folgt geplant: Der TVG übernimmt zehn Prozent der Kosten, der Bayerische Landessportverband fördert mit 25 Prozent und gibt außerdem ein Darlehen über 110.000 Euro. Die noch fehlende Summe wird die Marktgemeinde Geisenhausen übernehmen. Allerdings muss die Mitgliederversammlung des TVG noch mehrheitlich zustimmen. Fertig könnte die Halle demnach im Dezember 2027 sein.
Toiletten sind notwendig für die Halle
Diskutiert wurde noch, ob der Einbau von Toiletten und damit die Versorgung mit Wasser unbedingt notwendig seien. Dies bejahte Bürgermeister Martin Fischer. Die jugendlichen Fußballer würden seiner Ansicht nach nicht den weiten Weg bis zum Vereinsheim zurücklegen, wenn sie die Toilette aufsuchen müssten.
Duschen seien jedoch nicht vorgesehen. Ballfangnetze sollten das Spielfeld von der Laufbahn trennen, damit beide Bereiche unabhängig voneinander gleichzeitig benutzt werden könnten. Der Gemeinderat tendierte in seiner Mehrheit dazu, in den Schulturnhallen künftig kaum mehr Fußballspiele zuzulassen. Es war schließlich Dritter Bürgermeister Jürgen Frank, der hier eine Festlegung ablehnte. Mit mehreren Beschlüssen ebnete dann der Gemeinderat den baldigen Bau dieser Halle.
Bericht und Fotos: Peter Köppen
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