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Kooperation von TVG und TuS Landshut Berg

 

SC Landshut-Berg und TV Geisenhausen arbeiten seit Sommer gemeinsam an ihren Fußballern von morgen
Es ist ein Lösungsansatz, zu dem Fußballvereine immer häufiger greifen: die Bildung einer Spielgemeinschaft. Gründe dafür gibt es viele. Spielermangel, Platzmangel, Trainermangel. Ironischerweise sind allerdings oft auch die Spielgemeinschaften von so einigen Mängeln gezeichnet. Nicht selten beherrschen Missgunst und Misstrauen die Zusammenarbeit. Wie gut es laufen kann, beweist die Kooperation zwischen dem TV Geisenhausen und dem SC Landshut-Berg. Die Vereine arbeiten seit vergangenem Sommer im U 17- und U 19-Bereich zusammen – und ziehen nun ein rundum positives erstes Fazit.

„Wir haben das im Sommer primär deshalb gemacht, um die Qualität zu steigern. Wir wollen dauerhaft höherklassig spielen“, erzählt Bernhard Furtmair, Jugendleiter des SC Landshut-Berg. Das scheint zu funktionieren. Die B-Jugend führt die Kreisliga nach der Hinrunde ungeschlagen an und ist auf dem besten Weg, in die Bezirksoberliga aufzusteigen. In der spielen die A-Junioren schon seit 2023. Mit elf Punkten steht das Team von Cheftrainer Bastian Rechenmacher aktuell über dem Strich und ist auf Kurs Klassenerhalt. Um den einzutüten, sollten in der Rückrunde noch einige Zähler her. Daniele Soffietti, TVG-Großfeldkoordinator und Coach der B1, erklärt, warum es den Vereinen wichtig ist, sich in der Bezirksoberliga zu etablieren: „Der konsequente Einsatz der Spieler in einer höherklassigen Liga sorgt dafür, dass die Spieler später auch im Herrenbereich schnell Fuß fassen können.“ Damit das fruchtet, ist die Zusammenarbeit langfristig ausgelegt. „Wir haben von Anfang an gesagt, wir machen das mindestens zwei bis drei Jahre – eher drei“, erklärt Furtmair.

Neben den leistungsbezogenen Aspekten hat aber auch die Tatsache eine Rolle gespielt, dass die Vereine allen Kindern die Chance geben wollen, Fußball zu spielen. In der Vergangenheit hatten beide Clubs häufig zu viele Spieler für eine Mannschaft, aber nicht genug für ein zweites Team. Viele Jugendliche blieben also vor allem in Sachen Spielzeit auf der Strecke. Jetzt gibt es eine A2 und eine B2 – trainiert von Andreas Ertl beziehungsweise Patrick Kammerlander, der von Lukas Bugari und Marlon Müller unterstützt wird. „Wir haben in der B-Jugend eine durchschnittliche Trainingsbeteiligung von 30 Spielern. Ähnlich ist es bei der A-Jugend“, freut sich Soffietti. So ist für jeden etwas dabei. Egal ob Überflieger mit Potenzial für die Bezirksoberliga oder Anfänger.

Anfänglicher Gegenwind hat sich in Akzeptanz gewandeltEin Selbstläufer war die Spielgemeinschaft aber nicht. Am Anfang stieß die Idee vor allem bei Spielern und Eltern auf große Skepsis. Zu weit sei die Fahrerei und der eigene Sohn spiele ja nicht grundlos für seinen Verein – wieso also plötzlich das Trikot des anderen Clubs tragen? „Das war teilweise schon heftig“, gibt Furtmair zu. TVG-Abteilungsleiter Tom Ertl und Berg-Vorstand Karl-Heinz Brunner haben trotzdem grünes Licht gegeben und stehen voll hinter dem Projekt. Das hat sich bisher ausgezahlt. „In jeder Ebene, ob Eltern, Spieler oder Verein, hat sich das absolut zum Positiven verändert. Da gibt es mittlerweile null kritische Anmerkungen, die Akzeptanz ist voll da“, sagt Furtmair. Ob es daran liegt, dass die Mannschaften mit einem gemeinsamen SG-Logo und eigens kreierten SG-Trikots auflaufen? Sicher nicht nur – aber der Identifikation hilft’s.

Am überzeugendsten sind allerdings die zwei Männer, die am Ruder der Spielgemeinschaft sitzen. Wer mit Bernhard Furtmair und Daniele Soffietti spricht, der merkt: Die beiden können miteinander. Sie vermitteln glaubhaft, dass sie die Kooperation nicht nur als Mittel zum Zweck sehen. Sie wollen gemeinsam anpacken, Vereinszugehörigkeit spielt für sie dabei keine Rolle. „Wir sind beide auch ständig präsent, ob in Geisenhausen oder auf dem Berg. Es ist wichtig, dass wir leben, was wir sagen. Da gehört das dazu. So sehen die Jungs, dass die Funktionäre hinter dem Ganzen stehen“, betont Furtmair. Das zeigt offensichtlich Wirkung bei den Spielern, Eltern und Vereinsmitgliedern. „Wir nehmen alle unsere Stärken und bringen sie ein. Egal, ob das der Kunstrasen in Geisenhausen ist oder die Torwarttrainer von Landshut-Berg“, fasst es Soffietti zusammen. Es herrscht großes Vertrauen zwischen den beiden Vereinen. Das kommt den Kindern zugute. Und darum geht es am Ende des Tages.  (hoj)

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